Keine Überraschung: AfD-Abgeordneter zugleich Mitglied einer rechten Burschenschaft!

16. August 2018

, , , ,

Thema in der Gelsenkirchener Lokalpresse (WAZ 16.08.2018)

Mit einer Pressemitteilung vom 10.08.2018 outete das Hamburger Bündnis gegen Rechts den „ersten rechtsextremen MdB seit 60 Jahren“. Dabei handelt es sich um den AfD-Politiker Jörg Schneider aus Gelsenkirchen, der auf dem Ticket der nordrhein-westfälischen AfD 2017 in den Bundestag einzog und bereits seit 1988 Mitglied einer extrem rechten Burschenschaft ist. Überraschen dürfte das niemanden!

Keine Überraschung: AfD-Abgeordneter zugleich Mitglied einer rechten Burschenschaft! weiterlesen »

Mr. Trump hier und heute in den Arm fallen

16. August 2018

Die Süddeutsche Zeitung vom 4./5. August 2018 berichtet auf der Seite „Wissen“ unter der Schlagzeile: „Er ist verrückt – Kann man die Psyche eine Menschen aus der Distanz beurteilen? Prominente Psychiater und Psychologen meinen, im Fall von Donald Trump sei es dringend geboten.“ Zwischenüberschriften zwischen den Statements: Wie gefährlich ist er? – Eine notwendige Warnung – Tyrannischer Charakter – Pathologischer Narzismus – Gestörte Hirnchemie – Crazy like a fox“ – Ein zutiefst böser Mensch – Wahnhafter Lügner – Eskalierende Instabilität – Die Kriecher um ihn – Finger an Drücker. Ulrich Sander verwendet die Informationen der Psychiater in einem Artikel für „Ossietzky“, in dem er besonders auf die Gefahren für den Frieden verweist, die aus der Trump-Politik für Nordrhein-Westfalen erwachsen:

Mr. Trump hier und heute in den Arm fallen weiterlesen »

Düsseldorfer Volksgarten: Tausende feiern Rock gegen Rechts

15. August 2018

,

Die Stimmung war super, das Wetter auch, das Bühnenprogramm spitze und entsprechend gut die Stimmung bei den vielen Besuchern, die am Samstag (4.8.) „umsonst und draußen“ das Festival „Rock gegen Rechts“ genossen. Neben der Musik hatten zahlreiche Organisationen und Initiativen ihre Stände zu einem Markt der Möglichkeiten aufgebaut und auch für die Kinder war Programm organisiert.

Fotos sind bei r-mediabase zu finden, ein Bericht bei der Internetzzeitung report-D.

hma-meldungen 16-2018

13. August 2018

Geburtstagsdemo für Haverbeck

Bielefeld. Anlässlich des 90.Geburtstags der inhaftierten Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck wollen Neonazis am 10.November in Bielefeld eine Demonstration durchführen. Unter dem Motto „Freiheit für Ursula Haverbeck“ soll die Demonstration um 13 Uhr am Bielefelder Hauptbahnhof beginnen. Im schlimmsten Falle werde Haverbeck das Gefängnis nicht mehr lebend verlassen können, so die Veranstalter in ihrem Aufruf. Neben der ursprünglichen Haftstrafe von zwei Jahren, die Haverbeck derzeit in der JVA Bielefeld-Brackwede absitzt, ist zwischenzeitlich eine weitere Verurteilung rechtskräftig geworden. Weitere Prozesse stehen noch an (hma).

 

„Patrioten NRW“ in Köln

Köln. Die „Patrioten NRW“ rufen für den 18.August zu einer Kundgebung auf dem Breslauer Platz am Kölner Hauptbahnhof auf. Diese soll unter dem Motto „Demo für Meinungsfreiheit“ stattfinden. Unterstützt wird die Kundgebung von einer Reihe extrem rechter Gruppen wie „Widerstand für Deutschland“, „Widerstand steigt auf“ und dem Frauenbündnis Kandel. Eine antifaschistische Gegenveranstaltung soll um 13 Uhr auf dem Breslauer Platz beginnen (hma).

 

„Tag der identitären Gegenkultur“ in Dresden

Dresden. Die „Identitäre Bewegung“ plant, sich am 25.August in Dresden zu präsentieren. Unter dem Motto „Europa Nostra“ will man auf der Cockerwiese in der Dresdener Innenstadt mit Bühne, Zelten, zahlreichen Ausstellern und einer Reihe von Rednern aufwarten und einen „Tag der identitären Gegenkultur“ durchführen. Als Redner angekündigt werden Patrick Lenart (Phalanx Europa/IBÖ), Philip Stein (EinProzent), Alex Malenki (IB Sachsen) und Daniel Fiß (IB Deutschland). Als Aussteller werden die rechte Frauenkampagne „120 Dezibel“, die rechte Vernetzungsapp „Patriot Peer“, das Modelabel „Phalanx Europa“, die Kampagne „Defend Europe“, die „patriotische“ Biermarke „Pils Identitär“, das Satireformat „Laut Gedacht“, der IB-Laden, die EinProzent-Bewegung und die IB Österreich angekündigt. Der Eintrittspreis beträgt stolze 25 Euro (hma).

 

„Die Rechte“ in Bremen gegründet

Bremen. Die Partei „Die Rechte“ vermeldet den (Wieder-)Aufbau ihres Landesverbandes in Bremen. Am 4.August fand dazu in Bremerhaven ein Gründungsparteitag statt. Auf der von dem niedersächsischen Landesvorsitzenden Holger Niemann geleiteten Tagung wurde der ehemalige NPD-Mann Alexander von Malek zum Bremer Landesvorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter wurde Keven Bliefernich. Zudem wurde der Kreisverband Bremerhaven unter der Leitung von Björn Bade gegründet. Beschlossen wurde auch die Teilnahme an der Bürgerschaftswahl 2019 (hma).

 

700 Menschen bei der „Seebrücke“-Demo in Dortmund – Klare Botschaft: „Seenotrettung ist kein Verbrechen!“

6. August 2018

, , , ,

Rund 700 Menschen setzten in der Dortmunder City ein bewegendes Zeichen für Seenotrettung. Fotos: Alex Völkel

#refugeeswelcome: Rund 700 Menschen sind am Samstag im Rahmen der Aktion „#Seebrücke – Schafft sichere Häfen!“ in #Dortmund auf die Straße gegangen. Sie forderten am ausgerufenen „Day orange“ von der europäischen Politik, das Ertrinken im Mittelmeer zu stoppen und #Seenotrettung zu ermöglichen.

Der „Day Orange“ am 4. August erinnert an den Jahrestag der Festsetzung des Rettungsschiffs Juventa in Italien. „Menschen auf dem Mittelmeer sterben zu lassen, um die Abschottung Europas weiter voranzubringen und politische Machtkämpfe auszutragen, ist unerträglich und spricht gegen jegliche Humanität. Migration ist und war schon immer Teil unserer Gesellschaft“, betonte Anja Sportelli, Initiatorin der Dortmunder Aktion.

„Statt, dass die Grenzen dicht gemacht werden, brauchen wir ein offenes Europa, solidarische Städte und sichere Häfen“ heißt es im Aufruf der „Seebrücke“.

Weiterlesen auf Nordstadtblogger

Liebknecht oder Seehofer, Orbàn und Co ?

5. August 2018

Ein Ossietzky-Beitrag zur politischen Lage

Steht der Hauptfeind wie zu Liebknechts Zeiten im eigenen Land oder ist es doch der Donald Trump? Was bezweckt der Ekel-Horst mit seiner Konzeption von einer Rechtsaußen-CSU? Wohin bewegt sich die Führung der EU – mehr zum Nationalismus oder zur Europa-NATO? Dazu hat Ulrich Sander Überlegungen angestellt.

Liebknecht oder Seehofer, Orbàn und Co ? weiterlesen »

Urteile, die Hühnerdiebe erfreut hätten

5. August 2018

, , , ,

Heartfield

 

Am 30. Juli 1948 endete der sogenannte I.G.-Farben-Prozess

Zum Thema ´Verbrechen der Wirtschaft, hier: IG Farben und was aus ihnen wurde´ hat unser Kamerad Tim Engels, Rechtsanwalt aus Düsseldorf, geforscht. Das Ergebnis erschien in den „Mitteilungen der Kommunistischen Plattform der Partei Die Linke“. Es geht um den sogenannten I.G.-Farben-Prozess vor den Nürnberger Militärgerichtshöfen. Die Verantwortlichen der nazifaschistischen Raubwirtschaft wurden nur milde bestraft. Zwei Angeklagte werden in nordrhein-westfälischen Städten noch heute hoch geehrt: So Dr. Max Ilgner in Espelkamp und Heinrich Hörlein in Wuppertal.

Urteile, die Hühnerdiebe erfreut hätten weiterlesen »

32. Antifa-Landeskonferenz bei Ver.di in Düsseldorf – Ratschlag mit dem Blick auf Europa

31. Juli 2018

, , , , , , , , , , , , ,

Dr. Ulrich Schneider auf der 32. antifaschistischen Landeskonferenz in Düsseldorf (Foto: jochen vogler – r-mediabase.eu)

Dr. Ulrich Schneider ruft zum Zusammengehen gegen Vormarsch der Rechten auf

Die 32. Konferenz der NRW-Initiativen und Organisationen gegen rechts beschäftigte sich mit der zunehmenden Rechtsentwicklung und fragte, wie demokratische Kräfte die Initiative für Frieden und Gerechtigkeit zurückgewinnen können. Die alle zwei Jahre stattfindende Konferenz wird von der VVN-BdA Nordrhein-Westfalen ausgerichtet und lädt Aktive für Frieden, Antifaschismus, Antirassismus und aus den sozialen Bewegungen ein, miteinander zu diskutieren und ihre Kräfte zu bündeln. Infolge der zahlreichen gleichzeitigen Aktionen war die Zahl der Teilnehmer/innen überschaubar, jedoch kamen die Vertreter aus zehn Städten zu wichtigen Arbeitsergebnissen, die hiermit zum Teil veröffentlicht werden.

32. Antifa-Landeskonferenz bei Ver.di in Düsseldorf – Ratschlag mit dem Blick auf Europa weiterlesen »

hma-meldungen 15-2018

26. Juli 2018

Kundgebung gegen das NWDO-Verbot

Dortmund. Erneut wollen Neonazis gegen das vor sechs Jahren ausgesprochene Verbot des extrem rechten „Nationalen Widerstand Dortmund“ demonstrieren. Trotz staatlicher Repressionen sei es dem „System nicht gelungen, den Widerstand gegen die volksfeindliche Politik zu brechen“, heißt es in dem Aufruf zu der Kundgebung. Auch am diesjährigen 23. August wolle man „für echte Meinungs-, Versammlungs- und Organisationsfreiheit“ auf die Straße gehen und eine Kundgebung an den Katharinentreppen, dem Platz gegenüber dem Hauptbahnhof, durchführen, heißt es auf der Internetseite von „Die Rechte“ Dortmund. Eine Uhrzeit für den Beginn dieser Aktion wird derzeit noch nicht genannt (hma).

GfP-Tagung am 25. und 26.August

Die diesjährige Tagung der extrem rechten „Gesellschaft für freie Publizistik“ (GfP) findet unter dem Motto „Europas Reconquista! Von der Überfremdung zur Selbstbehauptung“ am 25. und 26.August an einem nicht näher benannten Ort statt. Als Referenten angekündigt werden der Historiker Dr. Mario Kandil aus dem Rheinland, der Buchautor Jürgen Schwab, ein ehemaliges NPD-Mitglied, der Wirtschaftsexperte Paul Reichmann, der Publizist Wolfgang Juchem und der ehemalige FPÖ-Nationalratsabgeordnete Karlheinz Klement. Den „Huttenpreis“ der GfP erhält in diesem Jahr der Publizist Harald Neubauer, ehemals Funktionär der „Republikaner“. Die Laudatio hält Peter Dehoust, einst Verleger der extrem rechten Zeitschrift „Nation und Europa“. Die GfP-Mitgliederversammlung findet bereits am Abend des 24.August statt (hma).

Kundgebung bei Haverbeck-Prozeß in Hamburg

Hamburg. Die in der Bielefelder Justizvollzugsanstalt einsitzende Geschichtsrevisionistin Ursula Haverbeck (89) muß sich ab Mittwoch, den 12.September, vor dem Hamburger Landgericht wegen Volksverhetzung verantworten. Ihre Unterstützer rufen nun für den Vormittag des 12.September zu einer Solidaritätskundgebung für Haverbeck auf dem Sievekingplatz, unmittelbar vor dem Eingang des Landgerichts, auf. „Organisiert Fahrgemeinschaften und kommt nach Hamburg“, heißt es in dem Aufruf, der u.a. auf der Internetseite von „Die Rechte“ veröffenlicht wird (hma).

Gegen Kritik gewehrt

Bonn. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, hat die Mitarbeit des katholischen Publizisten Wolfgang Ockenfels im Kuratorium der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung als „skandalös“ bezeichnet. „Wie kann ein Dominikanerpater und früherer Berater der CDU sich dazu hergeben, sich im Kontext einer rechtsradikalen Partei zu engagieren ?“, schrieb Sternberg auf Twitter. Ockenfels, der das „Institut für Gesellschafts-wissenschaften Walberberg“ in Bonn leitet, wies die Kritik zurück. „Wir leben in hysterischen Zeiten, in denen auch manche Katholiken durchdrehen“, äußerte Ockenfels gegenüber der „Jungen Freiheit“ (31-2018) zu deren Autoren dieser gehört. Spätestens seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil seien die „Zeiten einer parteipolitischen Bevormundung von seiten kirchlicher Amtsträger vorbei“, so Ockenfels (hma).

Die braune Vergangenheit des Emil Kirdorf: Verwirrung um verschwundene Tafel

25. Juli 2018

, , ,

Kirdorf Siedlung

Aus Ruhrnachrichten, Dortmund, vom 20. Juli 2018 von Michael Schuh  

Der Industrielle Emil Kirdorf förderte den Aufstieg von Adolf Hitler. In der nach ihm benannten Siedlung sollte vor Jahren eine Mahntafel aufgestellt werden. Von ihr fehlt jede Spur.

Darf eine Siedlung nach einem Mann benannt sein, der Hitlers Aufstieg aktiv förderte? Mehrfach schon wurde diese Frage in der Vergangenheit in Dortmund-Eving gestellt. Dort befindet sich die Kirdorf-Kolonie, benannt nach dem Industriellen Emil Kirdorf, persönlicher Freund Adolf Hitlers, Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP sowie überzeugter Gegner von Demokratie, Gewerkschaften und Arbeiterbewegung. Einen neuen Namen erhielt die Kolonie letztlich nicht, doch zumindest eine Mahntafel sollte an Ort und Stelle über Leben und Gesinnung des Namensgebers informieren. Doch, wo ist diese Tafel geblieben?

Widerstand in der NS-Zeit

Einstimmig beschloss die Bezirksvertretung Eving bereits 2011 die Aufstellung einer solchen Tafel und stellte dafür 10.000 Euro zur Verfügung. Fast sechs Jahre nach dem Beschluss ist von der Tafel noch weit und breit nichts zu sehen. Gibt es sie überhaupt. Und wenn ja, wo ist sie abgeblieben? Diese Frage stellt sich der Dortmunder Ulrich Sander, Sprecher der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (VVN-BdA). Sanders Engagement für den Frieden und gegen jede Form des Faschismus kommt nicht von ungefähr. Als der heute 77-Jährige als kleiner Junge in Hamburg lebte, wurde sein Vater – der zur NS-Zeit im Widerstand aktiv war – zu einer Strafkompanie eingezogen. „Dort hat man ihn fürchterlich misshandelt“, erzählt Sander, „auch seelisch hat er sich nie erholt und unter Depressionen gelitten. 20 Jahre später ist er dann gestorben.“

Ulrich Sander kämpft seit Jahren dafür, dass in der Kolonie Kirdorf eine Infotafel aufgestellt wird. © Michael Schuh

Ein paar Jahre nach Kriegsende besuchte Sander mit der Schule am Bullenhuser Damm einen Ort schrecklicher Kriegsverbrechen. Um Spuren zu verwischen, ermordeten die Nazis in dem Schulgebäude 20 jüdische Kinder, die zuvor unter bestialischen Menschenversuchen gelitten hatten.

„NS-Täter müssen genannt werden“

Aufgrund dieser Erfahrungen und der Tatsache, dass seine Eltern stets offen über die NS-Verbrechen sprachen, widmete sich Sander schon als junger Mann intensiv diesem dunklen Kapitel deutscher Geschichte und trat in die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes ein. Dieses Interesse blieb auch bestehen, als er 1968 nach Dortmund zog, wo er erstmals mit dem Begriff Kolonie Kirdorf konfrontiert wurde. Ein Name, den Sander und seine Mitstreiter vom VVN-BdA nicht unkommentiert stehen lassen wollten. „Denn überall gibt es Stolpersteine, die an die Opfer des

Nationalsozialismus erinnern“, sagt der 77-Jährige, „und das ist gut so. Aber es kann nicht sein, dass die Täter aus dem Bereich Wirtschaft, die vielfach Vorteile aus diesem Regime zogen, nicht genannt werden. Und dazu gehörte Kirdorf.“

1937 überreichte Adolf Hitler dem Industriellen Emil Kirdorf anlässlich dessen 90. Geburtstags den „Adlerschild“, die höchste zivile Auszeichnung des nationalsozialistischen Deutschen Reiches. Bis heute ist eine Siedlung nach Emil Kirdorf benannt. © picture alliance/ullstein bild

Tatsächlich förderte der 1938 verstorbene, als reaktionär und autoritär bekannte Industrielle schon früh den Aufstieg Hitlers. 1927 trat Kirdorf in die NSDAP ein und wollte – um der Partei so neue Geldquellen zu erschließen – die NSDAP und die Ruhrindustrie näher zusammenzubringen. Zudem habe Kirdorf Hitler auch persönlich finanziell unterstützt, sagt Sander: „Er half ihm aus der Patsche.“

Bislang existiert in der Kirdorf-Siedlung nur ein Stein mit den Kolonie-Daten. © Michael Schuh

Um auf die Vergangenheit des Industriellen hinzuweisen, beantragte die VVN-BdA im Juli 2011 in der Bezirksvertretung Eving eine Mahntafel. Noch im Jahr 2013 solle die Tafel aufgestellt werden, hieß es damals. Danach verliert sich die Spur der Infotafel. Fakt ist: Sie wurde nie aufgestellt. Sander lässt nicht locker: 2016 erkundigte er sich schriftlich bei den politischen Fraktionen nach dem Verbleib der Tafel. Ohne Erfolg. Ihm sei zwar zugetragen worden, sie existiere bereits, sagt der 77-Jährige; doch wie sie aussieht und wo sie sich derzeit befindet? Sander zuckt die Schultern.

Auch eine Anfrage bei der Stadtverwaltung bringt nur wenig Licht ins Dunkel. Dr. Stefan Mühlhofer, Direktor des Stadtarchivs, habe den Text für die Tafel verfasst, teilte das Presseamt schriftlich mit. Und es sei auch bereits eine Stele mit einer darin eingesetzten, austauschbaren Infotafel angefertigt worden: „Beides wurde in einem städtischen Gebäude eingelagert.“

Dieser leer stehende Kiosk bildet den Mittelpunkt der Kirdorf-Siedlung. Im nahe gelegenen Park könnte die Mahntafel aufgestellt werden. © Michael Schuh

Warum die Stele aber, wie politisch seit Jahren entschieden, noch immer nicht an einem passenden Ort in der Kirdorf-Siedlung steht, erklärt sie Stadt nicht. „Es wurde noch Überarbeitungsbedarf an der Infotafel erkannt“, steht dort geschrieben. Ob es sich dabei um inhaltliche oder äußere Korrekturen handelt, bleibt nebulös.

Ulrich Sander vermutet, dass einige Anwohner der Kolonie einer solchen Tafel kritisch gegenüberstehen und sie deshalb immer noch nicht aufgestellt wurde. Sollte dies der Fall sein, hält der 77-Jährige das für ein unmögliches Vorgehen: „Es darf nicht sein, dass das Votum eines demokratischen Gremiums wie der Bezirksvertretung nicht umgesetzt wird, weil es einigen Leuten nicht passt.“

Sander will dran bleiben.

„Kaum jemand, der in der Kirdorf-Siedlung wohnt, weiß etwas über Emil Kirdorf“, sagt Ulrich Sander. Das gelte es zu ändern. Emil Kirdorf (1847 – 1938) war von 1893 bis 1926 Generaldirektor der Gelsenkirchener Bergwerks-AG, dem damals größten deutschen Bergbauunternehmen, das die Kolonie erbauen ließ. Zudem hatte er lange Jahre den Aufsichtsratsvorsitz des Rheinisch-Westfälischen Kohlesyndikats inne.

 

 

Ältere Nachrichten ·